Die Sonne scheint durch das Fenster auf sein Gesicht. Er macht die Augen auf und schaut auf seine halb kaputte Uhr. 9:30 Uhr am 24. Juli 2014, eine Woche nach dem Unglück.

Als John sich auf seinem Feldbett aufrichtet und die Hände auf die Kante stützt, wirbelt Staub auf, welcher vor dem, mit Stofffetzen verhängtem Fenster, umher tanzt. John’s Blick schweift durch den kleinen Unterschlupf und bleibt am anderen Feldbett hängen. Dort liegt ein leicht rötlicher Körper auf der dünnen Matratze. Auf der Brust liegen seine Hände übereinander. Sein abgewetztes, beiges T-Shirt ist mit Blutflecken übersät. Er atmet tief ein. Dabei erklingt ein Rasseln, als würde jemand eine Kette über Beton schleifen. „Was wird nur aus dir, Bill?“. John’s Blick wird trübe und die Hütte mit dem Bett verschwimmt. Er wischt sich die Tränen aus den Augen, nimmt einen tiefen Atemzug, stemmt sich vom Bett und merkt, dass er mal wieder mit Klamotten geschlafen hat. Auf dem kleinen Campingtisch neben der Tür liegt ein braun-grauer Revolver, nur der Abzug ist noch silbern und glänzt in der Sonne. Der Revolver war seine Lebensversicherung geworden, seit er ihn bei der Abreise von der Farm seines Onkels eingesteckt hatte. Der saubere Abzug zeugte von häufiger Benutzung innerhalb der letzten Tage. John nimmt ihn Zusammen mit der großen Taschenlampe und ein wenig Proviant vom Tisch. Den Revolver steckt er sich in den Gürtel. Den Rest packt er in seinen Rucksack. Ein letztes mal blickt er sich um – dann öffnet er die Tür nach draußen.

Hinter der Hütte fließt ein großer Fluss, an dessen Ufer Schilf wächst. Ein großer Baum steht neben der Hütte und hält sein Blätterdach wie eine schützende Hand über sie. John steht vor der Tür. Vor ihm erhebt sich eine kleine Böschung auf der ein Feldweg verläuft. Nachdem John diese erklommen hat, steht er auf dem schmalen, staubigen Feldweg, welcher in einiger Entfernung in einen kleinen Wald führt. Neben dem Weg erstreckt sich ein großes, ab gemähtes Weizenfeld. Die Sonne flutet die Szene mit Licht und Hitze. John beginnt dem Feldweg in Richtung Wald zu folgen. Bei jedem seiner Schritte bildet sich eine kleine Staubwelle um seine Füße. Sein Blick wandert über das Feld. Nicht’s. Kein Hase der hoppelt, kein Wind der weht – einfach nicht’s. Die Sonne brennt ihm auf die Glatze. Er fährt mit seiner knochigen, aber kräftigen Hand über die kahle Kopfhaut, als wolle sie die Sonne abhalten. Während John dem Weg weiterfolgt, laufen vor seinem inneren Auge die Ereignisse der letzten Woche ab.

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